Österreich-Sammlung

Diese – überwiegend aus größeren Handstufen bestehende – Sammlung ist in vier Pultvitrinen mit acht Abteilungen aufgestellt, was die übersichtliche Ordnung nach den österreichischen Bundesländern ermöglichte. Sie besteht aus etwa 200 Exponaten, die meisten davon gesammelt und dem Stift geschenkt von Eva und Gerald Knobloch aus Aggsbach-Dorf. Von jedem Bundesland sind die wichtigsten Lokalitäten vertreten. Sowohl „Klassiker“, zum Beispiel von den berühmten Bergbauen Stadtschlaining, Veitsch, Oberdorf, Bleiberg, Hüttenberg oder Erzberg, als auch schöne Alpinstufen finden sich hier. Besonders erwähnenswert ist ein Prachtstück der bunt schillernden „Bleiberger Lumachelle“, welches noch aus dem Altbestand stammt. Viele weitere interessante Exponate belegen die Vielfalt der österreichischen Mineralogie: Berylle aus dem oberösterreichischen Mühlviertel, schöne pseudohexagonale Magnesitkristalle von Großreifling / Steiermark, vielfältige Fluorite diverser Fundstellen, Auripigment von Dellach in Kärnten, reichhaltige Erzstufen aus dem Salzburger Lungau, eine „klassische“ Turmalinstufe vom Tiroler Zillertal oder Kugelpyrite aus Vorarlberg.

 

 
Großstufen-Sammlung

Für einige – - sehr gewichtige - Stufen – aus der Sammlung Rudi Herr wurden eigens sechs neue Pultvitrinen errichtet, die sich hervorragend in das historische Ambiente einfügen.

Erwähnenswerte Objekte sind unter anderem: eine 320 kg schwere Stufe mit bis zu faustgroßen, rosavioletten Fluoritkristallen aus Rosiclare, Illinois / USA, riesige Citrinkristalle und Rauchquarz-Doppelender (bis 120 kg) aus brasilianischen Pegmatit-Miarolen, kopfgroße Amethyststufen und -geoden, ein halbmeterlanger opalisierter Baumstamm aus Australien, und – noch aus dem Altbestand – eine 50 kg schwere, prachtvoll aufgebaute, schneeweiße Eisenblüte vom Steirischen Erzberg. Auch die – bereits erwähnte – 80 kg schwere Pyritstufe von Waldenstein in Kärnten ist hier untergebracht.

 
Niederösterreichsammlung

Bei der Niederösterreich-Kollektion handelt es sich höchstwahrscheinlich um die qualitativ beste Sammlung von Mineralien aus diesem österreichischen Bundesland. Sie wurde in 40 Jahren von Simone und Peter Huber aus Wiener Neustadt zusammengetragen und kam 2001 nach Melk. Die Sammlung besteht aus etwa 600 Exponaten, von denen rund 400 meist erstklassige Handstufen ausgestellt sind. Hinzu kamen nach 2001 mehrere aktuelle Neufunde, wodurch heute mehr als 250 Fundstellen repräsentiert werden können.

Die Aufstellung erfolgte nach geografischen Gesichtspunkten in zwei, je 4 m langen Pultvitrinen. Zu den „Highlights“ gehören unter anderem: eine, mit zentimetergroßen Milaritkristallen reich besetzte Stufe von Artolz im Waldviertel, einer der größten Xenotim-Kristalle (4 cm) vom Grafitbergbau Amstall, tiefblaue Lazulithe aus der Buckligen Welt sowie äußerst vielfältige Quarzkristalle und –Stufen aus allen Teilen des Landes. Dabei sind fast alle Varietäten dieses Minerals vertreten (Milchquarz, Bergkristall, Rauchquarz, Citrin, Amethyst, Eisenkiesel, Achat, Jaspis,…). Prachtstücke sind große Stufen von Loiwein oder ein spannlanger, hochglänzender Morion-Doppelender vom legendären Fund im Pegmatitsteinbruch Königsalm.

 
Edelsteinsammlung

In der Mitte des Saales befindet sich die schon erwähnte, sechseckige Vitrine aus der ehemaligen „K&K Reichsanstalt". Sie wurde von den Haustischlern gekonnt adaptiert und mit einem ausgeklügelten Beleuchtungssystem versehen, welches die Exponate sowohl im Auflicht als auch im Durchlicht zur Geltung bringt. Darin sind etwa 120 verschiedene "edle Steine" aus aller Welt untergebracht. Der Reiz dieser Sammlung besteht darin, dass jede Steinart sowohl geschliffen (meist facettiert oder als Cabochon) als auch roh gezeigt wird. Natürlich sind alle wichtigen Edelsteine wie Diamanten, Smaragde, Rubine, Saphire, Türkise und zahlreiche Edelopale mit Belegen aus aller Welt vertreten.

Dem Erwerb der „Zirkl-Sammlung“ ist es zu verdanken, dass sich auch ausgesprochene Raritäten dazu gesellten, unter denen besonders jene aus Österreich hervorstechen: zum Beispiel facettierte Exemplare von grüner Zinkblende aus der Rauris, rosa Apatit aus Sunk bei Trieben, „Peridot“ von Kapfenstein, Waldviertler Citrine oder großartige Mondsteine aus dem Zillertal. Aus der gleichen Sammlung stammen aber auch sehr große Rohsteine von Spodumen (Kunzit), Saphir oder Topas.

 
Systematische Mineraliensammlung

Wie in fast allen Klöstern, Schulen und historisch gewachsenen Museen handelte es sich auch bei der Mineraliensammlung des Stiftes Melk ursprünglich um eine - nach rein systematischen Gesichtspunkten geordnete – homogene Kollektion. Diese wurde im Großteil ihres Bestandes auch so erhalten, jedoch nach der aktuell gültigen „Strunz-Systematik“ neu geordnet und inventarisiert und in 10 historischen Schaukästen aufgestellt. Durch Ankäufe in den letzten Jahren kamen viele neue Mineralarten hinzu, so dass inzwischen die Zahl auf über 1000 unterschiedlicher Spezies (ohne Varietäten) wuchs.

Der Grundstock der Sammlung besteht aus vielen erstklassigen Museumsstufen der ehemaligen Kronländer der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Darüber hinaus gehören zu den älteren Exponaten aber auch schon solche aus Westeuropa, Russland oder sogar Übersee.

Es würde den Rahmen sprengen, hier alle herausragenden Stufen aufzuzählen, aber einige verdienen sich dennoch eine besondere Erwähnung: eine handtellergroße, reich mit Goldblechen besetzte Stufe von Verespatak (heute Rosia Montana) in Rumänien, mehrere prächtige, zepterartige Amethystkristalle und –Stufen von Schemnitz (Banska Stiavnica) / Slowakei, eine kindskopfgroße „Sandcalcit-Rose“ aus Paris, weiters zwei exzellente Stufen der berühmten Manganite von Ilfeld / BRD, mehrere schöne Erzstufen aus Bergbauen im Harz bzw. im Schwarzwald (ebenfalls BRD), ebensolche aus Böhmischen Lagerstätten (besonders hervorzuheben große Quarzstufen mit Zinkblende, Bleiglanz, etc. von Ratiboritz) sowie eine großartige Axinitstufe von Bourg d' Oisans / Frankreich. Ebenfalls aus Frankreich: große Azurit-Knollen von Chessy bei Lyon. Auch Azurite und Malachite von Moldawa / Banat oder aus Sibirien sind überdurchschnittlich gut vertreten. Zuletzt sei noch ein dreifarbiger, 4 cm hoher „Mohrenkopf-Turmalin“ auf Orthoklaskristallen von der Insel Elba erwähnt, der sich ebenfalls schon lange in der Sammlung befindet.