Die heutige Aufstellung

Nach mehreren Umsiedlungen fand die Mineraliensammlung somit in den Räumen des ehemaligen Wirtschaftsarchives, d. h. der einstigen alten Abtbibliothek, eine endgültige Heimat. Der Raum eignet sich bestens für die Präsentation der Mineralien und besticht durch seine reiche Stuck-Ausstattung und durch das wunderbare barocke Deckengemälde (mit der Darstellung des alten Stiftes, der Jahreszahl 1633 und des Stiftswappens, umgeben von den Apostelfürsten Petrus und Paulus und den Patronen der Klosteranlage, Kolomann und Leopold; darüber schweben Engel mit Palmzweigen und Lorbeerkränzen). Der Boden ist mit „Kehlheimer Platten“, d. h. Solnhofener Kalkstein ausgelegt.

Seit 1997 steht die Mineraliensammlung unter der Obhut von Pater Petrus Lehninger, der mit viel Energie und Engagement die Restaurierung vorangetrieben und mit Unterstützung von Herrn Gerald Knobloch die heutige neue Aufstellung besorgt hat. Leonhard und Peter Huber haben eine auf die Erfordernisse der Sammlung speziell abgestimmte Datenbank erstellt, die eine EDV-unterstützte Katalogisierung ermöglicht. Prof. Mag. Alfred Nussbaumer vom Stiftsgymnasium Melk hat eine Homepage gestaltet, die ab März 2007 unter der Adresse www.gymmelk.ac.at/minearliensammlung, aus aller Welt besucht werden kann und alle wesentlichen Informationen über die Mineraliensammlung des Stiftes enthält.

Eine bedeutende Erweiterung gelang im April 2001 mit dem Ankauf der 600 Stück umfassenden Niederösterreich-Sammlung des Ehepaares Simone und Peter Huber, das auch bei der Sammlungsaufstellung beratend mithelfen konnte. Zahlreiche dieser Stücke sind im Fundstellenführer „Mineralfundstellen / Band 8 / Oberösterreich, Niederösterreich und Burgenland.- München und Innsbruck, 1977“ dokumentiert.

Eine besondere Erweiterung erfuhr die Melker Mineraliensammlung durch eine großherzige Schenkung. Der vor Jahren nach Australien ausgewanderte Herr Rudy Herr war seinerzeit Schüler im Melker Stiftsgymnasium. So ergab es sich, dass Rudy Herr seine alte Heimat noch gut in Erinnerung hatte und der Stiftssammlung am 29.7.2002 seine bedeutende Mineraliensammlung schenkte. Damit fanden außerordentlich große Schaustücke Eingang in die Sammlung! P. Petrus besuchte Rudy Herr in Australien und konnte persönlich die etwa 500 Stücke verpacken und per Schiff nach Europa versenden.
Das bewegte Leben des großzügigen Spenders sei hier kurz skizziert: Herr Rudy Herr (Smith Road, 161 Forest Range, 5139 Süd-Australien), geboren 1937 in St. Leohard am Forst, ist 1958 aus Abenteuerlust nach Australien ausgewandert und war per Schiff etwa ein Monat unterwegs. Sein Bruder erwartete ihn bereits in Australien. Am Anfang betätigte es sich als Fischer (eine Begegnung mit Haien war keine Seltenheit!), dann war er im Weizengeschäft tätig, später für Agfa-Australien, sodann beschäftigt als Meister für Fototechnik, schließlich selbstständig als Mineralienhändler und -sammler; in den letzten Jahren vor der Pensionierung war er Busfahrer im Staatsdienst.

Eine Sammlung zumeist geschliffener Edel- und Schmucksteine, die am 16. September 2004 aus dem Besitz des verstorbenen Grazer Universitätsprofessors Dr. Erich J. Zirkl erworben worden ist, fügt sich außerordentlich gut in jene sechsseitige Vitrine, die nun im Zentrum des Sammlungsraumes steht. Es handelt sich um 377 großteils geschliffene Steine, von denen rund 300 in die Sammlung aufgenommen worden sind. Die Vitrine wurde von G. Knobloch aus dem aufgelassenen Altbestand der Geologischen Bundesanstalt in Wien besorgt.

Am 21. Mai 2005 wurde die Sammlung Ing. Ottokar Kai, Linz für Melk käulich erworben. Es handelte sich um etwa 400 Stück meist österreichischer Mineralien, aber auch um Erze aus dem ehemaligen Jugoslawien (Mežica, Trepča).

 
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